Vielfalt der Korporationen

Gemeinsame Merkmale

Polnische Verbindung „Sarmatia“ zu St. Petersburg. 1910.
Polnische Verbindung „Sarmatia“ zu St. Petersburg. 1910.

Es existiert eine große Anzahl an Verbindungen mit unterschiedlichsten Schwerpunkten und gesellschaftlichen Akzenten. Trotz allem gibt es gemeinsame Merkmale:


Werte (Prinzipien)
Jede Korporation versteht sich als Wertegemeinschaft; die Mitglieder einer Verbindung bekennen sich freiwillig zu den jeweiligen Idealen ihrer Verbindung. Je nach Art der Verbindung gibt es allerdings unterschiedliche Werte.
Üblicherweise haben aber alle Korporationen: Das Bekenntnis zu einem Vaterland, wissenschaftliche Weiterbildung sowie die lebenslange Freundschaft untereinander.

 

Comment
Unter „Comment“ verstehen Korporationen spezifische Reglements, Zeremonien und Umgangsformen; sowohl im internen Verbindungsbetrieb als auch nach außen. Gemeinhin wird der studentische Comment mit „Brauchtum“ umschrieben. Beispiele dafür sind das Tragen von Band und Deckel oder das Abhalten von Kneipen und Commersen.


Innerer Aufbau
Jede Verbindung kennt einen ähnlichen internen Aufbau. Sie bestehen immer aus zwei Gruppen: Die „Aktivitas“ (also die Studenten) sowie die „Alten Herrn“ (die Absolventen). Die Leitung einer Verbindung liegt dabei immer in den Händen der Aktivitas. Als Gremium der Entscheidung werden regelmäßig Versammlungen abgehalten, die als „Convent“ bezeichnet werden.

Unterscheidungen

Abgesehen von den – sehr allgemeinen – Gemeinsamkeiten sind zahlreiche Unterscheidungen möglich. Die meisten Korporationen können nach folgenden Kriterien eingeteilt werden:


>   Studium Aufnahme von Mittelschülern oder Universitätsstudenten
>   Geschlecht Aufnahme von Männer, Frauen oder beiden Geschlechtern
>   Land Bekenntnis zu Österreich, Deutschland, Schweiz, Belgien, etc.
>   Farben Farbentragend, farbenführend oder nicht-farbentragend
>   Mensur Wird gefochten, wird freigestellt oder wird abgelehnt
>   Religion Ausrichtung als katholisch, christlich, jüdisch oder ungebunden
>   Spezifik Spezielle Interessen wie Musik, Jagd, Turnen, etc.

Typische Verbindungen

Jüdische Verbindung „Jordania“ zu München. Sommersemester 1912.
Jüdische Verbindung „Jordania“ zu München. Sommersemester 1912.

Es gibt eine relativ große Anzahl verschiedener Verbindungen, die sich meist erst unterscheiden lassen, wenn man die jeweilige Korporation besser kennt. Vor allem im 19. Jahrhundert haben sich die klassischen Typen an Verbindungen herausgebildet.

Trotzdem gilt: Keine Regel ohne Ausnahme!

 

Corps
Corps sind meist waffenstudentische Bünde, tragen also Mensuren aus. Markantestes Merkmal der Corps ist das „Toleranzprinzip“: Es bedeutet, dass das Corps religiös und politisch ungebunden ist und jedem Mitglied freigestellt wird, ob und wie er sich hier betätigt.


Burschenschaft
Burschenschaften sind ebenfalls meist waffenstudentische Bünde. Im Gegensatz zu Corps sind sie betont politisch ausgerichtet: Sie bekennen sich zu einem deutschen Vaterland und zu einer deutschen Kultur- und Sprachgemeinschaft, wofür sie sich auch engagieren.


Konfessionelle Verbindung
Konfessionelle Verbindungen sind solche, die das Bekenntnis zu einer Religion verlangen. Gegenwärtig bestehen ausschließlich katholische bzw. christliche Verbindungen. Sie sind durchwegs nichtschlagend, tragen also keine Mensuren aus.
Historisch zählen auch die jüdischen Verbindungen dazu, die allerdings Mensuren gefochten haben. Heute existiert keine jüdische Verbindung mehr.


Spezielle Interessen
Es existieren eine Reihe von Verbindungen mit speziellen Interessen: Etwa Singen, Jagen oder Turnen. Diese Interessen spiegeln sich meist in den Namen wider: Also Sängerschaft, Jägerschaft oder Turnerschaft.


Mittelschulverbindungen
Vor allem im süddeutschen Sprachgebiet besteht eine Reihe von Schülerverbindungen. Diese nehmen bereits Oberstufenschüler auf. Die ideelle Ausrichtung dieser sog. „Pennalien“ ist ebenso bunt wie in der akademischen Welt. Katholische Mittelschul-Verbindungen Österreichs – wie etwa „Gothia“ – sind meist im MKV als Dachverband organisiert.


Mädchenverbindung
Die meisten Korporationen nehmen nur Männer auf. Spätestens seit den 1970er Jahren gibt es auch wieder eigene Verbindungen, die nur Mädchen aufnehmen. Inzwischen haben sich diese Mädchen- und Damenverbindungen zu eigenen Verbänden zusammengefunden.
Ein relativ junger Trend sind gemischtgeschlechtliche Verbindungen. Diese nehmen als Mitglieder sowohl Frauen als auch Männer auf.

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